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Gesucht: Junge Talente der PR-Branche #30u30

Sie kennen ein PR-Talent unter 30, das zukünftig den Wandel der Kommunikationsbranche prägen wird? Dann nominieren sie diese Person bis zum 10. Juni für die Nachwuchsinitiative #30u30. Mit Ihrem feurigen Plädoyer und etwas Glück wird Ihr Kandidat als „Young Professional des Jahres“ bei den im November stattfindenden „PR-Report“-Awards geehrt. Wer kann nominiert werden? Nominiert werden kann jede Person, die zwar am Anfang ihrer Laufbahn steht, aber bereits an Profil gewonnen hat und deren eigene Perspektive die vermeintlich festgefahrenen Ansichten der Branche kontert. Nico Kunkel, Initiator von #30u30, führt aus: „Wir suchen überraschende Karrierepfade genauso wie stringente Karrierepläne. Wir suchen laute Kreative genauso wie leise Strategen. Wir suchen Geschichtenerzähler, Netzwerker, Social-Media-, Community- und Technik-Nerds, Content-Könner, Kanaldirigenten und ambitionierte Medien-Profis.“ Wer kann nominieren? Ob Kommunikationschef oder Agenturboss, Teamleiter oder Teamkollege, Kommilitonen, Professoren, Kunden oder Dienstleister – Jeder kann seinen Kandidaten/seine Kandidatin nominieren. Schreiben Sie dazu eine Mail an Nico Kunkel nico@30u30.de. Was ist das Ziel? Ziel von #30u30 ist es, eine bunt gemischte Truppe von 30 PR-Talenten zusammenzuführen. Diese soll zum einen die Vielfalt der PR-Branche repräsentieren, und zum anderen den Wandel der Kommunikationsbranche aktiv mitgestalten.

politnews 2016-19 – Wahlkampf und Agendasetting

Der Blick auf die Nachrichtenlage zeigt, die Parteien verfallen zunehmend in den Wahlkampf-Modus. Die Grünen haben mit der Wahl der Spitzenkandidaten immerhin eine souveräne Art gefunden, den Mitgliedern eine Richtungsentscheidung zu ermöglichen. Die CSU setzt hingegen auf radikale Absetzungstendenzen von der Schwesterpartei CDU und die SPD hadert nicht nur mit den schlechten Umfragewerten, sondern jetzt auch noch mit ihrem Parteivorsitzenden. Das entstehende inhaltliche Vakuum können die Interessenvertreter füllen. Sie arbeiten bereits jetzt an den Themen, die über den innerparteilichen Diskurs ins Wahlprogramm sollen und nach der Wahl vielleicht sogar in den Koalitionsvertrag. Um die anstehenden Themen zu durchdringen, kann eine inhaltliche Spezialisierung auch in Public Affairs nicht schaden. Auf welches Thema Sie in der nächsten Legislatur setzen sollten, verrät ihnen das Ergebnis der politpoll-Umfrage in dieser Woche. Ihre Dr. Sandra Busch-Janser  politnews     polittweet   politpoll   politcal   politjobs   politdir  Zwischenrufe zu Europa – Am Freitag wurde Papst Franziskus als „herausragende moralische Autorität“ mit dem Internationalen Karlspreis geehrt. In der Begründung heißt es, er erinnere uns Europäer stets an die Verpflichtung, „Recht und Demokratie, Solidarität und die Bewahrung der Schöpfung zu verwirklichen.“ Zu diesem Anlass veröffentlichte der Verlag Herder eine Sammlung von Denkanstößen zur Zukunft Europas. Unter den Autoren sind Politikgestalter, Kirchenvertreter und frühere Träger des Karlspreises. herder.de (Verlag) handelsblatt.com (Hintergrund) karlspreis.de (Begründung des Direktoriums) Wer bestimmt den US-Wahlkampf? – Darüber debattieren Amerikaner und ausländische Beobachter auf dem Causa-Portal des Tagesspiegels. Zum einen stellen die Fachexperten aus Wissenschaft und Politik ihre jeweilige Sicht auf die gesellschaftspolitische Situation im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen dar. Zum anderen bewerten sie die zentralen Standpunkte ihrer Diskussionspartner. Eine „Landkarte der Argumente“ illustriert die Zusammenhänge. causa.tagesspiegel.de „Informationen fürs Leben“… heißt eine Studie, die der Bayerische Rundfunk in Auftrag gegeben hat. Die Untersuchung zur Glaubwürdigkeit der Medien zeigt: Knapp 60% der Befragten glauben, dass die Medien häufig absichtlich die Unwahrheit sagen. Gleichzeitig sind über 70% der Meinung, die etablierten Parteien hätten die wichtigsten Probleme Deutschlands nicht im Griff.…

politnews 2016-18 – Berlin und Brüssel

Wenn es um Jobs im politischen Bereich geht, führt am Stellenportal politjobs kein Weg vorbei. Das wissen Sie natürlich schon längst… Dass der gute Ruf inzwischen auch über die Community hinausgeht, darüber haben wir uns in der letzten Woche einmal mehr gefreut und gerne die Anfrage von „Die Welt“ zum politischen Arbeitsmarkt beantwortet. Die politjobs-Auswertung zeigt: „60 Prozent aller ausgeschriebenen Stellen in Politik und Verwaltung werden in Berlin angeboten. Danach folgt weit abgeschlagen Bonn mit fünf Prozent.“ Unsere Zahlen zeigen aber noch mehr. Es gibt über das Jahr verteilt einen Ausschreibungsrhythmus. Der ausschreibungsstärkste Monat ist regelmäßig der September (10 % aller Stellenausschreibungen) und das erste Quartal des jeweiligen Jahres (rd. 25 % aller Ausschreibungen). Für alle, die sich gerade umschauen, gibt es von uns auch noch einen kleinen Tipp: In der Region Brüssel gibt es weit mehr Angebote als in Berlin und im restlichen Bundesgebiet zusammen und eine Karrierestation dort wird von deutschen Arbeitgebern gern gesehen – diese Stellen finden Sie auf unserem EU-Portal: www.politjobs.eu. Ihre Dr. Sandra Busch-Janser PS: Wir wünschen der 10. re:publica einen guten Start! Das Jubiläum begleiten wir mit ein paar spannenden Fragen für unsere politpoll community.  politnews     polittweet   politpoll   politcal   politjobs   politdir  Brüsseler Macht-Matrix – Nicht nur in Deutschland kann Angela Merkel niemand das Wasser reichen, auch in Brüssel gibt sie den Ton an. Das ergibt Politicos kürzlich veröffentlichtes Ranking der mächtigsten europäischen Staats- und Regierungschefs und ihrer Botschafter. Der Bundeskanzlerin folgen Matteo Renzi und David Cameron, der einflussreichste Botschafter stammt aus Frankreich. politico.eu Mitgliederschwund der Parteien stoppen – aber wie? Auf einer Veranstaltung des Progressiven Zentrums und der stiftung neue verantwortung suchten die Generalsekretäre und Bundesgeschäftsführer von CDU, SPD, Grünen, Linke und FDP nach einem wirksamen Gegenmittel. Zur Debatte standen u.a. Willkommensmanager für potenzielle Parteimitglieder, mehr digitale Partizipationsmöglichkeiten und grundsätzliche Veränderungen der Parteistrukturen. progressives-zentrum.org (Studie) zeit.de (Hintergrund) Der Tagesspiegel – Agenda, 26.4.16 (Hintergrund) Digitaler strategischer Sinneswandel – Um im 21. Jahrhundert nicht…

politnews 2016-17 – Politik und Medien

In Österreich haben am Sonntag mehr als ein Drittel der Wähler für den Präsidentschaftskandidaten der FPÖ gestimmt. Dieser tritt damit in der Stichwahl als Favorit gegen den zweitplatzierten Grünen-Kandidaten an, der knapp die Kandidatin der österreichischen Liberalen überholte, während die großkoalitionären „Volksparteien“ SPÖ und ÖVP abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landen. Auch wenn die politischen Verhältnisse im Nachbarland nicht ganz mit denen in Deutschland vergleichbar sind, so stimmt das Ergebnis durchaus nachdenklich. Wieder hoffnungsvoll wirkt dagegen die rundum erneuerte FDP, die auf ihrem Bundesparteitag die #BetaRepublik ausgerufen hat. Mit einem anti-Anti-Profil („Die Freien Demokraten sind fortschrittsoptimistisch und technologieoffen.“) zieht sie in den Bundestagswahlkampf und nutzt dabei natürlich die Sozialen Medien. Ohne die geht es heutzutage selbstverständlich nicht mehr. Wie sich dadurch die Medienlandschaft verändert, dazu befragen wir in dieser Woche unsere politpoll-community. Sie sind herzlich eingeladen, sich an der politpoll-Umfrage zu beteiligen. Ihre Dr. Sandra Busch-Janser PS: Mitmachen können Sie auch bei unserer Verlosung für einen Platz beim Workshop Leadership Workouts for Woman in Public Affairs unserer Brüssel-Korrespondentin Irina Michalowitz am 12. Mai in Berlin. Senden Sie dafür eine Mail mit dem Betreff „leadership workouts“ an eh@polisphere.eu  politnews     polittweet   politpoll   politcal   politjobs   politdir  Abgeordnete des Europäischen Parlaments… sind in keiner Weise verpflichtet, ihre Treffen mit Lobbyisten bekannt zu machen. Doch das soll sich nun auf Initiative der Abgeordneten ändern. Konkrete Pläne für ein verpflichtendes Lobbyregister hat eine Gruppe von EU-Abgeordneten rund um Sven Giegold (Grüne) vorgelegt, der u.a. die eigenen Entscheidungswege transparent machen will. Dieser Vorschlag wird nun heftig diskutiert, 385 Änderungsanträge wurden bereits eingereicht. „My impression is that the fight for transparency is always welcome when it is about others, but not about yourself“, wird Initiator Sven Giegold in der Zeitung Politico zitiert. Bis Ende Mai hat er noch Zeit, seine Kollegen zu überzeugen – dann stimmt der Ausschuss für konstitutionelle Fragen über den Vorschlag ab. politico.co.uk  euobserver.com Wahlkampf-Fans… sind…

Save the date: #IKPK16 und #CKPT16

Das 2. Oktober-Wochenende sollten alle Campaigning-Fans schon einmal im Kalender blocken: In diesem Jahr fallen die beiden wichtigsten Branchen-Events der politischen Kommunikation auf ein Wochenende – 7. bis 10. Oktober – und eine Location – die KAS-Akademie in Berlin! Am 7. Oktober informiert der CHECKPOINT political consulting (#CKPT) über Berufseinstieg und Karrierechancen in der Politikberatung. Ein Jahr vor der Bundestagswahl wird der klassische Public Affairs-Fokus erweitert auf das weite Feld des Campaignings und zwar vom Wahlkampf bis hin zur Regierungs-PR. Weitere Infos finden Sie demnächst auf: www.ckpt.org – aktuell nur mit einem Rückblick auf 2015. Am 9. und 10. Oktober bietet die Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation (#IKPK) einen Blick auf die Praxis. Thematisch geht es um die aktuellen Wahlkämpfen (bspw. in den USA und Großbritannien), Fragen der Mobilisierung von Wählern und die Wirkungsforschung. Unter dem Motte „was uns prägt und was uns eint“ geht es um die Macht von Bildern, aber auch Sprache und wie sie politisches Handeln, Verstehen und Kommunizieren beeinflussen. Weitere Infos finden Sie auf: www.kas.de/ikpk16 Für Fragen und Anregungen stehen gerne zur Verfügung: Michael Sieben, IKPK/KAS, unter michael.sieben@kas.de Dr. Sandra Busch-Janser, CKPT/polisphere e.V. unter sbj@polisphere.eu

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Christina Bauermeister: Die neuen Alleskönner

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Welche Fähigkeiten sollten Bewerber mitbringen, um in politiknahen Berufen zu arbeiten? Wo sind Generalisten richtig, wo Spezialisten – und welche Jobaussichten eröffnen die neuen Studiengänge? Dort, wo vor 150 Jahren noch Dampflokomotiven montiert wurden, schaut Axel Wallrabenstein aus dem Fenster auf die neue, alte Hauptstadt. Der Geschäftsführer der Public-Affairs-Agentur MSL Group sitzt im fünften Stock einer Fabrikhalle, ein Überrest der früheren Borsig-Werke. Seit zwölf Jahren arbeitet er in Berlin. Im Zeitraffer habe er miterlebt, wie der Politikbetrieb einen eigenen Stadtteil geschaffen hat. Dort, wo einst der Todesstreifen die Stadt in zwei Hälften teilte, stehen nun wuchtige Gebäude. Ministerien, Stiftungen, Hauptstadtrepräsentanzen, Verbände, NGOs. An die Bonner Behaglichkeit erinnern nur noch die rheinischen Kneipen am Spreeufer. „Die Berliner Republik ist lauter, schneller, chaotischer“, sagt Wallrabenstein. Und die „Berlinisierung“ (Ulrich von Alemann) hat auch die Anforderungen an Neulinge in allen politiknahen Berufen verändert. In der Public-Affairs-Branche habe sich vor allem die Art gewandelt, wie kommuniziert wird, meint Wallrabenstein. Als professioneller und internationaler charakterisiert er seine Zunft. Politik finde nicht mehr nur in Hinterzimmern statt. „Man trifft sich heute bei Podiumsdiskussionen, Netzwerkpartys, politischen Salons und zunehmend auch im Internet“. All dies bedeute vor allem eins: Berufseinsteiger sollten am besten schon während des Studiums ein Netzwerk an Kontakten aufbauen. „Optimal“ sind in den Augen des Beraters Bewerber, die politisches Engagement, Auslandserfahrung und ein Praktikumszeugnis mit dem Bundesadler im Briefkopf vorweisen können. „Wir brauchen Leute, die am eigenen Leib miterlebt haben, wie Politik funktioniert“, so der 48-Jährige. Entgegen dem Wort-Ursprung hält der studierte Politik- und Sozialwissenschaftler die sogenannten weichen Faktoren sogar für ziemlich schwergewichtig. In dem Job treffe man jeden Tag auf Alpha-Tiere. Da sei Durchsetzungskraft gefragt. Von einem allzu übersteigerten Ego warnt Hans Bellstedt dem Branchenneuling aber. „Die Kunst liegt darin, sich gegenüber dem Kunden selbst zurückzunehmen.“ Bellstedt ist Inhaber der nach ihm benannten Public-Affairs-Agentur…

Cornelius Winter: Auf die Haltung kommt es an – Public Affairs im Wandel

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Für das Handelsblatt ist die Sache klar: „Wir brauchen Unternehmer, die sich kompetent einmischen“. (Handelsblatt, 18. April 2012). Seit dem Umzug von Parlament und Regierung nach Berlin hat sich Public Affairs als Funktion in Unternehmen und als Beratungsfeld fest etabliert. Heute, nach mehr als einer Dekade Public Affairs in Deutschland und dem Ende des bloßen Adressbuch-Lobbyismus stellt sich die Frage: What’s next? Was bedeuten verantwortliche Interessenvertretung, glaubwürdige Kommunikation und kompetenter Umgang mit Stakeholdern für Strategie und Geschäftsmodell von Unternehmen – und welche Rolle spielt Beratung dabei? Sich kompetent einmischen – kann man es so auf den Punkt bringen? Der folgende Beitrag liefert neben einer Bestandsaufnahme der politischen Beratung Thesen für die künftige Entwicklung von Public Affairs. Aus sehr guten Beratern werden Partner ihrer Auftraggeber, Durchschnittsberater bleiben Dienstleister. Agenturen und Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren in ihrer Public Affairs –Kompetenz und ihrer Themenexpertise stark professionalisiert. Mit der de’ge’pol (Deutsche Gesellschaft für Politikberatung) hat sich eine Interessenvertretung etabliert, die längst nicht mehr nur aus Agenturvertretern besteht, sondern daneben ein breites Spektrum von Public Affairs – Verantwortlichen aus Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Verbänden abbildet. Unternehmen investieren mit zusätzlichen finanziellen und personellen Ressourcen in ihre Public Affairs – Arbeit. Auch die Verbände haben die Zeichen der Zeit erkannt (und die Abgesänge auf sie gehört) und stellen sich Schritt für Schritt auf divergierende Interessen ihrer Mitglieder ein. Temporäre, thematisch ausgerichtete Unternehmensallianzen und –plattformen nehmen in Zahl und manchmal auch in Bedeutung zu. Alle haben gelernt: Aus der „regulatorischen Brandbekämpfung“ ist ein Bewusstsein gewachsen, sich auf politische und gesetzgeberische Vorhaben einzustellen und vorbereitet mit ihnen umzugehen. Agenturen und Beratungen müssen die Themen und Prozesse beherrschen (Pflicht) und ihren Auftraggebern immer wieder Impulse geben, die aus der regelmäßigen Herstellung des Gesamtbildes erwachsen (Kür). Sind wir noch auf dem richtigen Kurs? Haben wir alle Informationen, die wir…

Michael Kellner: Grüne Mitgliederkommunikation – „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“

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Wie könnte politisches Engagement außerhalb von Mitgliederversammlungen und Parteitagen aussehen? Wir Grüne wollen neue Formen der Beteiligung schaffen – online wie auch offline – und damit zu einer Beteiligungspartei neuen Typs werden. Wenn sich die Lebensbedingungen der Menschen ändern, muss sich schließlich auch die Politik ändern. Wir Grünen setzen auf diese Veränderung – denn wir sind ein bunter, munterer Laden, der von seinen Mitgliedern und ihren Beiträgen lebt. So bunt und munter wollen wir auch bleiben – und werfen darum einen Blick darauf, wie Politik noch gehen könnte – und damit in die Zukunft von parteipolitischer Beteiligung. Wenn die CDU den für sie höchst innovativen Vorstoß wagt und ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben will, Anträge auf Parteitagen zu stellen, dann könnten wir Grüne darüber lächeln. Für uns ist es selbstverständlich, dass unsere Mitglieder Anträge auf Parteitagen stellen und manchmal verdammt viele. Doch ich finde es gut, weil Parteien sich ändern sollten, damit insgesamt Politik attraktiver wird. Wir Grüne haben einen Demokratievorsprung gegenüber anderen Parteien. Doch auf diesem Vorsprung sollten wir uns nicht ausruhen. Ich möchte ihn ausbauen. Wir Grüne sind ein aufgeweckter Laden: seit unserer Gründung machen unsere Mitglieder mit, wenn es darum geht, die Weichen unserer Politik bei Inhalten und bei personellen Fragen zu stellen. Ob nun bei der Wahl der SpitzenkandidatInnen für die Bundestagswahl, bei der Entscheidung über die Schwerpunktthemen unseres Wahlkampfs oder bei unseren Parteitagen über unser Online-Antragstool: wir Grünen wollen debattieren, wir wollen streiten, wir wollen die für uns richtigen Lösungen finden. Grüne Mitglieder wollen keine Karteileichen sein, denen der politische Kurs einfach vorgeschrieben wird. Sie können und wollen mitmischen und das tun sie zum Glück auch. Dieses Engagement ist das, was uns stark macht und was ich so an meiner Partei schätze. Auch wenn es mal anstrengend sein kann. Viele Mitglieder engagieren sich am wohl…

Nicola Beer: FDP-Mitgliedermobilisierung: „Handlungsfähige Basis-Demokraten“

FDP Hessen Ministerin

Sie sind nicht nur Botschafter, sondern die Seele einer Partei. Sie machen die Politik jenseits der Fernsehbilder und Wahlprogramme begreifbar. Kein Wahlkampf wäre ohne sie überhaupt nur durchführbar: die Mitglieder. Für die Freien Demokraten sind sie jedoch mehr als die treuen, ehrenamtlichen Helfer, die mit unfassbarem Engagement Wind und Wetter trotzen, um Plakate zu kleben oder im Straßenwahlkampf Rede und Antwort zu stehen. Allein das ist schon nicht in Gold aufzuwiegen. Doch darüber hinaus stellen Sie einen wahren Schatz dar. Die Mitglieder der Freien Demokraten verfügen über große und höchst unterschiedliche Expertise. Sie sind Seismographen der politischen Befindlichkeit. Sie wissen, wo vor Ort der Schuh drückt und finden kreative Lösungen. Sie sind nah an den Menschen. Es wäre fatal, dieses Potenzial nicht zu nutzen. Als Freie Demokraten haben wir unsere Mitglieder schon immer in Meinungsfindungsprozesse eingebunden. 1995 führten wir eine Mitgliederbefragung zum Großen Lauschangriff durch und auch zu den Themen Abschaffung der Wehrpflicht und zuletzt zur Euro-Rettung haben wir die Basis befragt. Bereits im „Wiesbadener Programm“ von 1997 wurde klargestellt: „Mehr Bürgerbeteiligung heißt für die F.D.P. auch mehr Mitglieder- und Wählerbeteiligung in der Arbeit der politischen Parteien. Durch eine umfassende Erneuerung der Parteiorganisation und der Gremienstruktur, des Kommunikationssystems und des Dienstleistungsangebots wollen Liberale vorangehen, damit Politik in Deutschland endlich stärker zur Sache der Bürger werden kann. Wir wollen aus der Binnenorientierung mehr Bürgerorientierung machen, die Rechte der Mitglieder und Delegierten stärken, die Strukturen modernisieren. Wir wollen uns fit machen für effizientere politische Entscheidungen, organisatorisch frei machen für die eigentlich inhaltliche politische Arbeit und offener werden für Bürgermitwirkung.“ Heute ist die Einbeziehung der Mitglieder wichtiger denn je. Generell haben die Bürger in Deutschland ein größeres Bedürfnis als früher, an Entscheidungen aktiv teilzuhaben. Und natürlich gilt dies auch für unsere Parteimitglieder. Moderne Informationskanäle sind einerseits Auslöser für dieses Bedürfnis, andererseits tragen sie…

Yasmin Fahimi: Politische Kommunikation in der komplexen Gesellschaft

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Kommunikation wird im 21. Jahrhundert gerne gleichgesetzt mit den sozialen Medien und den Errungen-schaften der digitalen Welt. Überall vernetzt, rund um die Uhr informiert und via Twitter, Facebook und Instagram immer auf Sendung, lautet das Gebot der Moderne. Lebst du noch oder klickst du schon? Doch wie passt dieser Anspruch zu einer 152 Jahre alten Partei mit fast einer halben Million Mitglieder, von denen die wenigsten digital natives sind? Ganz einfach: Für die SPD ist das direkte Gespräch mit mündigen Bürgerinnen und Bürgern die beste Antwort auf die wohl komplexeste Kommunikationssituation aller Zeiten. Die SPD regiert nicht nur im Bund mit, sondern auch in 14 von 16 Bundesländern. Sie stellt mehr Minister-präsidentinnen und Ministerpräsidenten als alle anderen Parteien zusammen. Und neun der zehn größten deutschen Städte werden von einem sozialdemokratischen Stadtoberhaupt regiert. Wer dermaßen viel demo-kratische Verantwortung auf Zeit übertragen bekommt, steht kommunikativ auch vor besonders vielen Her-ausforderungen. Denn unsere Gesellschaft ist komplexer als jemals zuvor, das Leben ist bunter und vielfältiger geworden, die Lebensstile werden immer individueller. Jeder Mensch hat heute zu jedem erdenklichen Zeitpunkt und an (fast) jedem Ort die Möglichkeit, sich zu informieren und in Echtzeit die unterschiedlichsten, nicht selten widersprüchlichen Nachrichten zu erhalten, auch über Politik und Parteien. Internetportale, Onlinezeitungen und die sozialen Netzwerke überbieten sich in der Schnelligkeit und der Vielfalt von Neuigkeiten und Hintergründen. Und sie bieten die Möglichkeiten, den Kopf auch komplett aus diesem steten Nachrichten-Mahlstrom herauszuhalten. Kommunikation im Mahlstrom des Nachrichten-Zeitalters Politische Parteien stehen vor der Herausforderung, noch mit ihren Themen in diesem steten Strom von In-formationen, Live-Tickern und Event-Journalismus aufzutauchen. Deshalb produziert die SPD selbst Infor-mationen – online wie offline. Täglich arbeiten wir politische Themen auf, liefern wichtige Argumente und kluges Hintergrundmaterial. Und zwar für alle verständlich und leicht zugänglich. Für uns bietet dieses Vorgehen eine große Chance. Denn wir können…