politnews Sommeredition – Boris Johnson am Ziel

[ Mit Meldungen zum Brexit, kommunalen Identitäten und der Europawahl ]

Seine Wahl war am Ende keine Überraschung mehr: Bei einer Wahlbeteiligung von fast 90 % konnte sich der ehemalige Londoner Bürgermeister und britische Außenminister Boris Johnson in der letzten Woche letztendlich mit 66 % der 160.000 abgegebenen Stimmen bei der Mitgliederbefragung der konservativen Tory-Partei deutlich gegen seinen Konkurrenten Jeremy Hunt durchsetzen. Johnson wurde damit zum zweifachen Nachfolger der glücklosen Theresa May: als neuer Parteivorsitzender und Premierminister. In seiner Antrittsrede als letzterer versprach er dann auch gleich nichts weniger als Großbritannien zum „greatest place on earth“ zu machen (Video-Mitschnitt).

Ganz oben auf seiner Agenda steht natürlich der Brexit, den er maßgeblich mitherbeigeführt hat und der nun schon seit dem Referendum aus dem Sommer 2016 wie ein Damoklesschwert über dem Vereinigten Königreich schwebt. Das neue Kabinett, geprägt von Brexit-Hardlinern, hat sich in den ersten Tagen unmissverständlich auf einen Austritt unter allen Umständen bis zum 31. Oktober festgelegt. Die von ExpertInnen gefürchtete „No Deal“-Variante wird dabei immer wahrscheinlicher, denn Johnson will den Vertragsentwurf seiner Vorgängerin nachverhandeln, was bei der EU auf einhellige Ablehnung stößt. Größter Streitpunkt ist dabei immer noch der Backstop für die irisch-nordirische Grenze. Die Tagesschau erklärt, welche Meinungsverschiedenheiten es hier gibt. Nicht nur die Erste Ministerin Schottlands, Nicola Sturgeon, geht davon aus, dass Johnsons Regierung sehenden Auges auf einen „harten Brexit“ zusteuert – trotz gegenteiliger Bekundungen.

Auf zwei Kurven hatte der Amtsantritt von Johnson jetzt schon Wirkung: Das Pfund sackte auf ein Zwei-Jahres-Tief ab, die Umfragewerte der Tories stolperten jedoch um sechs Prozentpunkte nach oben – Zehn Punkte vor der oppositionellen Labour Party, die aus den chaotischen Brexit-Verhandlungen nach wie vor kein elektorales Kapital schlagen kann.

Mit den besten Grüßen
Philipp Sälhoff


politnews


  • Männer melden sich auch in der Unterzahl öfter zu Wort – Männliche Zuhörer stellen mehr Fragen als weibliche, selbst wenn sie in der Minderheit sind. Das gilt zumindest für Wissenschaftskonferenzen, die in einer amerikanischen Studie untersucht worden sind. Ein Publikum müsste hochgerechnet zu 80 bis 90 % aus Frauen bestehen, um ein Gleichgewicht der Fragenden zu erreichen. Solche Unterschiede ins öffentliche Blickfeld zu rücken kann jedoch bereits dazu beitragen, Frauen zu mehr Beteiligung zu ermutigen, so die Autorinnen. ➡️ Spiegel Online (Artikel) | The American Journal of Human Genetics (Studie | 🇬🇧)
  • Kommunale Identität kann Populismus vorbeugen – Die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer lokalen Umgebung stellt einen entscheidenden Faktor für soziales Engagement und politische Teilhabe dar, so ein Gutachten des ifo Dresden. Fehlende Grundlagen für kommunale Identifikation können im Gegenzug zum Erstarken populistischer Parteien führen. Vor allem in ostdeutschen Bundesländern könnten Gebietszuschnitte und Fusionen von Gemeinden so zu einem Identifikationsverlust beigetragen haben. ➡️ Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Meldung) | Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit/ifo Dresden (Gutachten)
  • SpitzenkandidatInnen-Prinzip nicht wahlentscheidend – Während sich vor allem deutsche EuropapolitikerInnen leidenschaftlich für das Spitzenkandidatensystem eingesetzt haben, war die künftige Besetzung des Kommissionsvorsitzes für den Großteil der europäischen WählerInnen von eher geringem Interesse. Nur 8 % der Befragten einer europaweiten Umfrage gaben dies als Motivation für ihre Wahlbeteiligung an – die Mehrheit wählte aus bürgerlichem Pflichtbewusstsein oder aus Gewohnheit. ➡️ Politico (Artikel | 🇬🇧) | Europäisches Parlament (Umfrage | 🇬🇧)


polittweet


United Kingston of Great Britain and Northern Ireland

Dem neuen britischen Premier Boris Johnson wird sowohl habituell als auch politisch eine Nähe zum amtierenden US-Präsidenten Donald Trump nachgesagt. Daher verwunderten die zahlreichen Glückwünsche zum Amtsantritt aus dessen Umfeld auch nicht. Jedoch trat seine Tochter – und offiziell als Chefberaterin geführte – Ivanka Trump mit einem Tweet abermals eine Debatte über geographische Grundkenntnisse und kommunikative Sorgfalt im Weißen Haus los.

 

26.09.2019 – CHECKPOINT Political Consulting 2019
polisphere | Karrieremesse | Politikberatung | Regierungsviertel Berlin

Du hast Lust, Dich nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis mit AkteurInnen, Prozessen und Inhalten im politischen Betrieb auseinanderzusetzen? Der Gedanke, politische oder kommunikative Fragestellungen zu analysieren, lässt Dein Herz höher schlagen? Du begeisterst Dich dafür, Menschen zu mobilisieren, politische Strategien zu entwickeln und Großes zu bewegen? Kurzum: Politik ist Deine Leidenschaft und Du möchtest mittendrin sein? Dann bist Du beim CHECKPOINT genau richtig. Denn als PolitikberaterIn ist man mittendrin, wenn die politische Agenda entworfen und im gesellschaftlichen Dialog umgesetzt wird. Beim CHECKPOINT Political Consulting hast Du die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Dich mit vielen interessanten GesprächspartnerInnen zu vernetzen und die unterschiedlichen Karrierewege in der Politikberatung kennenzulernen.

🐦 JETZT DIE LETZTEN EARLY-BIRD-TICKETS FÜR NUR 31 € SICHERN! 🐦

Täglich aktuelle Termine finden Sie auf politcal.de – auch bereits vorsortiert für InstitutionenStakeholder und Political Consulting.

Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) sucht Referenten für Wohn- und Mietenpolitik (w/m/d)
Berlin | Bewerbungsfrist: laufend | Arbeitsbeginn: ab sofort | Vollzeit

Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter 28 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der ZIA gibt der Immobilienwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt eine umfassende und einheitliche Interessenvertretung, die ihrer Bedeutung für die Volks-wirtschaft entspricht. Als Unternehmer-und Verbändeverband verleiht er der gesamten Immobilienwirtschaft eine Stimme auf nationaler und europäischer Ebene – und im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Sie suchen selbst Verstärkung? Auf politjobs.de unterstützen wir Sie bei der Personalsuche. Schreiben Sie uns einfach unter politjobs@polisphere.eu.

Stiftung Mercator
Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriert sie sich darauf, Europa zu stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher insbesondere mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Qualität und Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, Klimaschutz voranzutreiben und Wissenschaft zu fördern.

politdir.de ist der Wegweiser durch die Berliner Republik. Sollen wir als nächstes an dieser Stelle Ihre Organisation vorstellen? Sie erreichen uns unter politdir@polisphere.eu.

31. Juli 2019