politnews 2017-10 – Editorial: Elitenprojekt oder Bürgerbewegung

„Wir machen weiter. Wir müssen weitermachen“, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in der letzten Woche bei der Vorstellung der fünf Szenarien für die Zukunft der EU. Doch es ist alles nicht so einfach… Polen schickt einen weiteren Kandidaten um die EU-Ratspräsidentschaft ins Rennen, obwohl mit Donald Tusk bereits ein Pole gesetzt ist. Die „big four“ treffen sich auf Einladung des französischen Präsidenten Hollande in Versailles, um dort mal wieder über die Zukunft Europas zu beraten, während die kleinen Mitgliedsländer über ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ argwöhnen. Die Briten werden voraussichtlich am 15. März ihren Austritt bekannt geben und auf Plätzen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und jetzt sogar in Großbritannien kommt die Friedensgeneration (50plus) gemeinsam mit den Jungen unter dem #pulseofeurope zusammen, um klarzumachen: „Europa darf nicht scheitern“.

Ob das Elitenprojekt „Europäische Union“ nun zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Gründungsvertrages eine Bürgerbewegung geworden ist, wird sich in Kürze bei den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich zeigen. Dort können die Bürger der beiden Gründungsnationen zum ersten Mal tatsächlich den Austritt wählen. Wer seine Regierung zum Bleiben ermutigen möchte, kann am 25. März beim „March for Europe“ auch ohne Wahl für Europa eintreten.

Ihre Dr. Sandra Busch-Janser

Die aktuelle Ausgabe – politnews 2017-10 – Elitenprojekt oder Bürgerbewegung – gibt’s hier: http://www.politnews.eu

Dr. Sandra Busch-Janser

Dr. Sandra Busch-Janser ist Geschäftsführende Vorsitzende von polisphere. Von 2014-2016 übernahm sie als Chefin vom Dienst für politische Informationsdienste beim Verlag Der Tagesspiegel die Integration des von ihr gegründeten Unternehmens "Berliner Informationsdienst" in die Verlagsstrukturen und verantwortete dort die Inhalte des Tagesspiegel Politikmonitoring in den Politikfeldern Energiepolitik, Gesundheitspolitik, Netzpolitik und Verkehrspolitik. Bevor sie 2011 mit dem Berliner Informationsdienst Deutschlands ersten politikfeldübergreifenden Monitoring-Service aufbaute, war sie in verschiedenen Funktionen in der Politikberatung tätig. Neben ihrer Funktion als Vorsitzende von polisphere e.V. ist sie als Unternehmensberaterin, Publizistin und Lehrbeauftragte tätig. Nach Abschluss des Studiums der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München promovierte sie an der Universität Duisburg-Essen. 

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