politnews 2016-47 – Editorial: Pflicht und Kür

Pflichtbewusst wird die CDU-Vorsitzende auch 2017 wieder als Spitzenkandidatin antreten und pflichtschuldig wird die CSU ihre Schwesterpartei unterstützen. Die Kritiker innerhalb und außerhalb der CDU fürchten „more of the same“ – und das ist noch die freundliche Kritik. Begeisterung sieht anders aus. Das Angebot an ernsthaften Alternativen ist jedoch überschaubar. Bei der Pressekonferenz wurde Angela Merkel denn auch gefragt, wie sie beim nächsten Mal den Absprung schaffen wolle, falls ihr noch einmal eine Regierungsbildung gelingt. Um diese Frage zu beantworten, hilft vielleicht ein Blick nach Frankreich.

Die Vorwahl der Les Républicains hat bereits vor den Wahlen zu einem inhaltlichen Diskurs über die politische Richtung und einer hohen Mobilisierung innerhalb der eigenen Wählerschaft geführt. Und es gibt noch mehr Vorteile: Der Vorwahlgewinner bekommt zur Belohnung nicht nur die Unterstützung seiner Parteizentrale, sondern kann sich sicher sein, von einer tatsächlichen und nicht nur von einer gefühlten Mehrheit unterstützt zu werden. Zudem können sich die Kritiker dem Gewinner im Sinne der demokratischen Mehrheitsfindung ohne Gesichtsverlust anschließen.

Wie gut eine solche Kandidaten-Kür klappen kann, kann man natürlich auch bei den Grünen (Urwahl) beobachten. Aber Vorsicht vor Risiken und Nebenwirkungen – siehe USA.

Ihre Dr. Sandra Busch-Janser

Die aktuelle Ausgabe – politnews 2016-47 – Pflicht und Kür – gibt’s hier: http://www.politnews.eu

 

Dr. Sandra Busch-Janser

Dr. Sandra Busch-Janser ist Geschäftsführende Vorsitzende von polisphere. Von 2014-2016 übernahm sie als Chefin vom Dienst für politische Informationsdienste beim Verlag Der Tagesspiegel die Integration des von ihr gegründeten Unternehmens "Berliner Informationsdienst" in die Verlagsstrukturen und verantwortete dort die Inhalte des Tagesspiegel Politikmonitoring in den Politikfeldern Energiepolitik, Gesundheitspolitik, Netzpolitik und Verkehrspolitik. Bevor sie 2011 mit dem Berliner Informationsdienst Deutschlands ersten politikfeldübergreifenden Monitoring-Service aufbaute, war sie in verschiedenen Funktionen in der Politikberatung tätig. Neben ihrer Funktion als Vorsitzende von polisphere e.V. ist sie als Unternehmensberaterin, Publizistin und Lehrbeauftragte tätig. Nach Abschluss des Studiums der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München promovierte sie an der Universität Duisburg-Essen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.