Kleine und Mittlere Unternehmen profitieren nicht von Social Media

Soziale Netzwerke sind allgegenwärtig und eignen sich daher ja wunderbar zur Vermarktung von Produkten. Allerdings führt ihr Einsatz für Unternehmen nicht zwangsläufig zum Erfolg. Das ergab eine Studie der Uni Liechtenstein und der Wirtschaftsuniversität Wien, die den Marketingmehrwert sozialer Netzwerke für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) untersucht.

„Obwohl in jüngster Zeit verstärkt besonders für diese Gruppe von Unternehmen als geradezu ideales Marketinginstrument gelobt, gelingt es den KMU bislang noch nicht, die Kommunikationskanäle im Internet erfolgreich zu nutzen“, heißt es im Fazit der Studie. Zwar setzten zwei Drittel der Unternehmen, die an der Studie teilnahmen, soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, Linkedin oder Twitter dafür ein, ihre Marke, Produkte und Dienstleistungen zu bewerben, dennoch konnten die Autoren der Studie, der Wirtschafts- und Managementwissenschaftler Sascha Kraus von der Universität Liechtenstein und Isabella Hatak von der WU Wien, keinerlei Auswirkungen solcher Profile auf den wirtschaftlichen Erfolg von KMU feststellen.

Wie so oft, könnte eine Ursache für den mangelnden Erfolg die geringe Professionalität sein, mit der die Seiten betrieben werden. Viele Unternehmen betreuen die Social Media-Kanäle „nur nebenher“, wofür vor allem der „Kostenfaktor Zeit“ verantwortlich sei. Auch der Nutzen solcher Marketingmaßnahmen werde von den KMU oft angezweifelt, heißt es in der Studie.

Eine qualitative Auswertung der Nutzerreaktionen findet der Befragung zufolge „praktisch nirgendwo“ statt und auch die Zählung von Klicks, Nutzerkommentaren und Anfragen werde nur von einer Minderheit praktiziert. Damit solche Projekte nicht im Sand verlaufen oder zum Negativ-Image werden, empfehlen Kraus und Hatak den KMU einen geeigneten Social Media-Verantwortlichen zu benennen, der „über genügend freie Kapazität und entsprechende Erfahrung mit den neuen Medien verfügt“. Dann könnte es vielleicht auch etwas werden mit dem Marketingmehrwert.

Moritz Hunger

Moritz Hunger ist Volontär beim Berliner Informationsdienst im Bereich Energiepolitik. Nach einem Auslandsaufenthalt in Mexiko zog es ihn für das Bachelor-Studium der Europawissenschaften an die University of Aberdeen in Schottland. Im März 2013 beendete er den Euromaster der University of Bath, der Freien Universität Berlin und der Humboldt Universität zu Berlin mit dem Schwerpunkt europäische Energie-, Klima-, Außen- und Entwicklungspolitik. Erste Berufserfahrung konnte er u.a. bei der Deutschen Botschaft in Washington D.C., der EU-Delegation in Namibia, der Agentur Brunswick und in der Pressestelle des Think Tanks Population Europe sammeln. Außerdem tweetet er für treffpunkteuropa.de, dem Online-Magazin der Jungen Europäischen Föderalisten. 

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