Die deutsche Medienlandschaft in einer Karte

Vanessa Otero hat vor der US-Wahl die amerikanische Medienlandschaft in eine Graphik gepackt, um fake news-Quellen zu visualisieren. Viele Gespräche in der Berliner Community über diese Vorlage haben nun zu einem Ordnungsversuch für die deutsche Medienlandschaft geführt. Unsere Übersicht ist selbstverständlich nur eine Diskussionsgrundlage und keine wissenschaftliche Ausarbeitung, beruht auf persönlichen Einschätzungen (nicht nur des polisphere-Teams) und ist natürlich nicht abschließend (ja, die großen Regionalzeitungen fehlen…). Wir freuen uns auf konstruktives Feedback!

(Update vom 22.02. 15:15 Uhr:)

Nach knapp 900 Likes und fast 400 Kommentaren auf facebook wird es Zeit für ein Zwischenfazit. Es freut uns, dass unsere Diskussionsvorlage so ausgiebig besprochen wurde, auch wenn gerade die Kommentare teilweise sehr kritisch waren. Deutlich wurde noch einmal, dass es stark vom persönlichen Standpunkt abhängt, ob man unsere Perspektive teilt. Kritik mussten wir auch für die verwendete Schriftart einstecken, welche wir allerdings mit Absicht gewählt haben, um zu unterstreichen, dass es sich nicht um eine wissenschaftliche Ausarbeitung handelt. Die Graphik hat nie einen Anspruch auf Vollständigkeit oder eine objektive Wahrheit erhobenen und bildet auch nicht alle redaktionellen Nuancen innerhalb der aufgeführten Medienhäuser ab. Hier bleibt also noch viel Raum für die eine oder andere Dissertation. In einem Punkt haben wir die einhellige Kritik aufgenommen: Wir korrigieren die Jungle World-Platzierung durch eine Verschiebung auf Y-Achse (sobald unser ebenfalls ehrenamtlich arbeitender Grafiker heute Abend Zeit dazu findet). Zudem werden wir die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) heraus nehmen, da diese unter Klageandrohung darauf bestehen. Da wir für jegliche Andersmeinung offen sind, möchten wir auf eine Netz-Initiative hinweisen, die eine Einordnung mit Hilfe der Schwarmintelligenz vornehmen will: https://goo.gl/forms/CyiblaHSkUOZ2Puk2

(Update vom 22.02. 23:15 Uhr:)

Soeben haben wir die in den beiden oben genannten Punkten angepasste Karte hochgeladen. Zudem hier jetzt eine leere Version mit der sich jeder seine eigene Karte basteln kann.

Dr. Sandra Busch-Janser

Dr. Sandra Busch-Janser ist Geschäftsführende Vorsitzende von polisphere. Von 2014-2016 übernahm sie als Chefin vom Dienst für politische Informationsdienste beim Verlag Der Tagesspiegel die Integration des von ihr gegründeten Unternehmens „Berliner Informationsdienst“ in die Verlagsstrukturen und verantwortete dort die Inhalte des Tagesspiegel Politikmonitoring in den Politikfeldern Energiepolitik, Gesundheitspolitik, Netzpolitik und Verkehrspolitik. Bevor sie 2011 mit dem Berliner Informationsdienst Deutschlands ersten politikfeldübergreifenden Monitoring-Service aufbaute, war sie in verschiedenen Funktionen in der Politikberatung tätig. Neben ihrer Funktion als Vorsitzende von polisphere e.V. ist sie als Unternehmensberaterin, Publizistin und Lehrbeauftragte tätig. Nach Abschluss des Studiums der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München promovierte sie an der Universität Duisburg-Essen.

 

  40 comments for “Die deutsche Medienlandschaft in einer Karte

  1. 20. Februar 2017 at 22:28

    Bin über Twitter hier gelandet….

    So eine Einteilung kann natürlich immer nur cum grano salis sein, und dafür ist an der Grafik vieles richtig. Manches aus meiner Sicht aber auch nicht.

    Ich folge auf Twitter einigen der aufgeführten Publikationen (von taz bis AdG) und bekomme auch andere hin und wieder in meine Timeline gespült. Meines Erachtens müssten z.B. der „Tagesspiegel“, „Die Zeit“ und die „Welt“ weiter links eingeordnet werden (bei gewahrtem Abstand), wobei das bei der „Welt“ mit einem relativ großen Spektrum zu begründen wäre – „rechtere“ Artikel sind dort mittlerweile (war früher anders) ebenso zu finden wie „linkere“. Die FAZ hat sich auch etwas gewandelt. Das Feuilleton war dort z.B. nie „rechts“, sondern eher „links“ vom Mainstream, und mittlerweile finden sich sogar im früher dezidiert liberalen Wirtschaftsteil diverse sozialdemokratisch inspirierte Artikel. „Spiegel Online“ würde ich mittlerweile analog zur „Bild“ etwas mehr ins „fragwürdige“ Spektrum rücken.

    Ob man die „NZZ“ als „rechts“ einordnen kann, ist auch fraglich. Aber das mag etwas mit der Einordnung der oben genannten Blätter zu tun haben: Wenn man diese aus meiner Sicht ziemlich eindeutig als „links“ einzustufenden Organe zum „Mainstream“ rechnet, muss natürlich alles, was deren Ansichten nicht folgt, „rechts“ davon eingeordnet werden.

    Und damit kommen wir zu den ÖR-Medien. Wenn man – wie ich – der Meinung ist, dass der „Mainstream“ von heute die (gemäßigte) „Linke“ von gestern ist, dann kann man die natürlich so mittig einordnen. Aber dennoch fällt auf, dass „linke“ Themen anders behandelt werden als „rechte“. Ich kann mich z.B. nicht erinnern, dass die „Linke“ (diesmal ist die Partei gemeint), auch als sie noch frisch als PDS daherkam, ebenso penetrant mit einem ausgrenzenden Etikett versehen wurde wie die AfD, noch bevor diese in Folge des Essener Parteitags heftig nach „rechts“ rückte. Es gibt noch diverse andere Codes, an denen sich „Haltung“ ablesen lässt, wie z.B. die Unterscheidung zwischen „Aufmärschen“ und „friedlichen Demonstrationen“. Und die einseitige Berichterstattung während der Massenmigration im Jahr 2015 wurde ja schon von anderen, „rechten“ Umtrieben gänzlich unverdächtiger Personen thematisiert.

    Die Unterschiede bei den einzelnen ARD-Rundfunkanstalten dürften heute auch geringer sein also noch zu Kohls Zeiten – jedenfalls inhaltlich, also jenseits der Pöstchenvergabe.

    Aber wie gesagt: So eine Einteilung sagt ja auch immer mindestens ebenso viel über den aus, der sie vornimmt, wie über die Publikationen, die darin enthalten sind. Daher sollte sich jeder sein eigenes Bild machen, und vor allem auch immer dort lesen, wo er seine eigene Meinung eben nicht bestätigt findet.

    Nur noch eine Frage zum Schluss: Was ist denn bitteschön „Altherren-Journalismus“?

    • TutHierNixZurSache
      21. Februar 2017 at 12:25

      Danke, danke, danke!

    • Richard Heim
      21. Februar 2017 at 17:39

      Die Neue Zürcher Zeitung ist und bleibt ( Ausnahme auch hier das Feuilleton) ‚ bürgerlich‘, wie wir das in der CH nennen, überwiegend eher rechts

  2. Malte Schott
    20. Februar 2017 at 22:50

    Was ist denn hier die Ansage: soll es reine Meinung bleiben, oder soll es auf eine stabilere Basis gestellt werden? Das bleibt leider unklar. Falls es nicht blos Meinung bleiben soll wären folgende Fragen in einem ersten Schritt zu beantworten: Wer ist denn die befragte Berliner Community, wieviele Einzelmeinungen, und welche, sind hier eingeflossen? Wie wurden die Befragten ausgewählt? Wurden die Meinungen gewichtet, wenn ja: wie? Wurden allen Teilnehmern die gleichen Fragen gestellt, wenn ja: welche? Wie definieren die Autoren die Kategorien bzw. die Beschriftungsoptionen der Achsen? Wurden diese Definitionen den Befragten mitgeteilt? Gibt es überhaupt den Versuch, unabhängig vom „Hörensagen“ hier auch Empirie einfließen zu lassen? Das wäe z.B. sowas wie ein längsschnittlicher Vergleich verschiedener Medien, bspw. idealtypisch im Sinne einer Signal-Detection Analyse (korrekte Meldungen, korrekte Auslassungen, falsche Meldungen, falsche Auslassung)… oder doch zumindest ein numerischer/gewichteter Vergleich der Falschmeldungen in einem Zeitraum. Ich halte es für durchaus problematisch eine solche Grafik auf die OSN-Welt loszulassen: zwar machen Sie die Ansage es handle sich nur um eine Diskussionsgrundlage, aber besagte Diskussion findet ja jetzt anscheinend nicht statt. Jedenfalls nicht über die emotional geladene und wenig empirisch fundierte Facebook-Diskussionskultur hinausgehend. Das bedeutet im Endeffekt eine potentiell(!) ebenso unbegründete Meinungsmache wie das, was diese Grafik vermeintlich ankreiden soll.

  3. hans
    21. Februar 2017 at 08:28

    Achgut und Tichys Einblick sind analytisch/komplex und Nachdenkseiten sind zwischen Basisinformation und „Clickbait“?
    Abgesehen davon, dass wohl jede der genannten Publikationen „Clickbait“ in Form von überzogenen und reisserischen Headlines betreibt, ist das doch eine recht subjektive Einschätzung.
    Ich persönlich erkennen unseriöse Nachrichtenquellen an der Verwendung von Comic Sans in Infografiken.

    • peter
      21. Februar 2017 at 12:25

      Danke – sie sprechen mir aus der Seele. ComicSans ist da aber echt nur die Kirwche auf der Sahne. Eines möchte ich hochhalten und es mit Stefan Schulzes Worten sagen: Es gibt keinen Fernsehjournalismus in Deutschland. Vor allem ARD macht nur noch Horse-Race und diese Grafik will mir also sagen das sei vertrauenswürdig? Ausserdem ist die ganze Fake-News-Debatte reinste Fake-News. Es geht nur um Deutungshocheit. Da fang ich doch glatt an mit den Lügenpresserufern zu sympathisieren wenn ich sowas lese. Sorry aber so einen plumpen Versuch habe ich lang nicht mehr gesehen. Setzen, 6

      • palina
        22. Februar 2017 at 13:12

        „Da fang ich doch glatt an mit den Lügenpresserufern zu sympathisieren wenn ich sowas lese. Sorry aber so einen plumpen Versuch habe ich lang nicht mehr gesehen. Setzen, 6.“
        Kann ich unterschreiben.

  4. Nion
    21. Februar 2017 at 10:22

    Selten so eine Scheiße gesehen… Alternative Medien komplett abzulehnen und ZDF und ARD welche nachweislich X-Fach wegen Falschmeldungen verklagt wurden, als Heilsbringer zu benennen. Ihr seid genauso Falsch wie die Medien die ihr auf eurer falschen Karte so preist.
    Unfassbar das ihr überhaupt noch in den Spiegel schauen könnt.

  5. Mumbo
    21. Februar 2017 at 10:32

    Guten Tag.

    Die Einstufung nach Links/Rechts sieht willkürlich aus, und zwar stark zugunsten rechter Quellen. Die Wiwo müsste z.B. ein gutes Stück weiter nach Rechts, selbiges gilt für die Welt und erst recht für Focus-Online. Außerdem stellt sich die Frage weshalb ein weltanschaulich nicht neutrales Medium nicht seriös sein sollte? Gerade der Freitag und die taz werden hier ungerecht getadelt.
    Nicht nachvollziehbar ist die Einstufung der SZ im linken Spektrum – die dort vertrenen Werte sind definitiv nicht neutral, aber noch sehr viel weniger Links.
    Die Einstufung der Nachdenkseiten als linkes Medium ist ebenfalls so eine Sache – die Nachdenkseiten sind das Medium der sogenannten Querfront, die eine Zusammenarbeit zwischen linken und rechten Kräften befürwortet – und passt damit nichtmehr in das Schema nachdem eingestuft wird.
    Ganz abstrus ist die Idee Tichys Einblick und die Achse des Guten als in der journalistischen Qualität „Komplex“ einzustufen. Das dieses Feld auf der linken Seite leerbleibt wirkt noch befremdlicher – was ist denn an den journalistischen Standards des „Neuen Deutschlands“ oder „des Freitags“ auszusetzen?

    Inherent ist dieser Darstellung übrigens eine äußerst problematische Gleichsetzung von links und rechts – dies wird zwar noch etwas abgeschwächt („Einfach nein“), allerdings scheint nicht genug durch das auf der einen Seite des extrems ab und wann positiv über Sachbeschädigungen berichtet wird, während auf der anderen Seite der Holocaust geleugnet und gegen Minderheiten mobilisiert wird.

    In ihrer moemtanen Form ist diese „Karte“ leider alles andere als gelungen.

    • Gustl
      22. Februar 2017 at 16:06

      Die Nachdenkseiten sind das Medium der sogenannten Querfront? Wer hat ihnen das
      eingetrichtert? Habe auf den Nachdenkseiten noch nie rechtes Gedankengut gesehen.

  6. san
    21. Februar 2017 at 10:46

    Ich vermisse die deutsche Ausgabe der ’le monde diplomathique’ und bin weiterhin neugierig wie ’Telepolis’ eingeordnet wäre.
    Danke für die Diskussionsgrundlage (sic!).

  7. GeLeko
    21. Februar 2017 at 11:49

    Die Darstellung bleibt unvollständig, solange nicht auch dargestellt werden:

    1) die quantive Methode der Einordnung der Titel auf den beiden Achsen,

    2) die gesellschaftsrechtlichen Beziehungen der Verlagshäuser der einzelnen Titel,

    3) wirtschaftliche Fakten, wie Auflage und Reichweite, Zusammensetzung der Umsätze (z.B. aus Online- und Offline-Anzeigen und andere Werbung, Abonnement, Einzelverkauf, Events, ) sowie Betriebsergebnis,

    4) eine Analyse der inhaltlichen Zusammensetzung, welcher Anteil selbst produziert und welcher zugekauft (z.B. via Agenturen, Mehrfachverwertungsvereinbarungen, nicht Einzeltitel-gebundene Redaktionen, Sponsoring) wurde,

    5) welchen sonstigen entgeltlichen und nicht-entgeltlichen Tätigkeiten (z.B. Mitgliedschaften, Ehrenämter) das Führungspersonal der Titel und Verlagshäuser nachgeht,

    Nachrichten und Meinungen sind in erster Linie ein Geschäft und erst in zweiter Linie Politik (mit Ausnahme öffentlich-rechtlicher Medien). Nur bei fehlender Gewinnerzielungsabsicht wäre wohl zu vermuten, dass die politische Gestaltung im Vordergrund steht.

  8. Asgard
    21. Februar 2017 at 11:57

    So sehr ich es den Rechten auch gönne: Altherrenjournalismus ist als Kategorie ageistisch und sexistisch.

  9. Jan
    21. Februar 2017 at 14:59

    Die Kommentare zeigen, wie weit der persönliche Standpunkt die Sichtweise relativiert:
    Ist ein Leser selbst weiter links oder weiter rechts positioniert, verschieben sich in der Perspektive alle angeführten Positionen in die entgegengesetzte Richtung, ganz einfach, weil die Person immer sich selbst als Maß der Dinge in der Mitte positioniert ;)

  10. 21. Februar 2017 at 17:17

    Auf Grundlage welcher Kriterien wurde denn die Grafik erstellt und wie wurden die Kriterien operationalisiert, so dass die einzelnen Medien gewichtet werden konnten?

  11. Frank Witte
    21. Februar 2017 at 18:27

    Welche „journalistischen Werte“ konkret dienen denn als Maßstab bei der Einordnung ob „fragwürdig“ oder nicht?

  12. 21. Februar 2017 at 19:00

    Kann man machen, bestätigt aber nur bestehende Ansichten …

  13. cojoh
    21. Februar 2017 at 19:08

    Guter Diskussionsbeitrag, danke dafür! Die z.T. völlig unsachlichen Reaktionen darauf zeige, dass es wichtig ist, diese Diskussion zu führen.

  14. Michael Haller
    21. Februar 2017 at 20:49

    Hallo, Sandra Busch-Janser,
    solche Versuche der Einordnung in Kategoriensysteme sind für die Diskussion über Medienqualität ganz sicher hilfreich. Sie können aber auch zu falschen Schubladisierungen und einer Verfestigung von Vorurteilen führen. Das passiert leicht mit der Mammutklammer Medien. „Die“ Medien, das ist eine artefaktische Kategorie. Ich denke, Ihr Schaubild leistet mehr, wenn Sie keinen Kunstbegriff, sondern eine Funktionsleistung auswählen. Zum Beispiel die der Informationsmedien, die uns über das aktuelle Geschehen ins Bild setzen sollen/wollen, also für die basale Informationsfunktion zuständig sind (=tagesaktuelle Medien). Hier machen Ihre Dimensionen durchaus Sinn. Ganz anders einzuordnen wären beispielsweise die Medien, die auf der Meinungsbildungsebene den gesellschaftlichen Diskurs „befeuern“, also in erster Linie Positionen beziehen und möglichst fundiert/klug argumentieren (wie es Die Zeit tut und es Cicero versucht).Hier greifen andere Qualitätskriterien als bei der nachrichtlichen Informationsfunktion. Eine eigene Kategorie bilden die hybriden Medien (Spiegel, Stern, Teile der Zeit u.a.), die anders funktionieren und genutzt werden. Und dann gibt es ja auch im Journalismus noch die Unterhaltungsfunktion, für die wiederum andere Maßstäbe gelten (klass. Illustrierte und viele Fernsehformate). Wie auch immer: Für alle Gattungen des Journalismus zusammen gelten a. m. S. nur drei basale Qualitätsdimensionen: erstens „Nonfiktion“ (also auf der Sachebene die Dinge möglichst zutreffend darstellen und Fake-news etc. bekämpfen), zweitens optimale Verständlichkeit (für möglichst viele Menschen möglichst nachvollziehbar kommunizieren); drittens die Maximen der zivilisierten und demokratisierten Gesellschaft hochhalten (Persönlichkeitsrechte, Informations- und Meinungsfreiheit, Fairnessregeln). Alles weitere wären Qualitätsmerkmale der jeweiligen Gattung. Oder sind Sie da ganz anderer Meinung? Ich freue mich auf Ihre Einschätzung.

  15. Fabian
    21. Februar 2017 at 21:46

    Eigentlich eine spannende Idee. Aber die Einteilung etwa der Jungle World is so falsch, dass man den Eindruck hat, hier wurden Zeitungen aufgeführt, die nie gelesen wurden. Dann macht das alles natürlich wenig Sinn. Wo Spiegel und SZ eher links sein sollen, bleibt mir als langjährigem Leser auch ein Rätsel.

    • 22. Februar 2017 at 09:26

      Ja, die Jungle World hat nicht den richtigen Platz gefunden und ist auf der y-Achse zu weit nach unten gerutscht. Das korrigieren wir.

  16. Karl Dornberg
    22. Februar 2017 at 02:20

    Ist ‚Altherrenjournalismus‘ tatsächlich auch außerhalb der PC-Welt eine gültige Kategorie. Mir hat man die auf der Journalistenschule jedenfalls nicht vorgestellt.

    Ist zufällig jemandem aufgefallen, dass die ARD bei umstrittenen Themen (z.B. Migration und soziale Gerechtigkeit) dazu neigt, jeweils nur die ‚linke‘ Position zu Wort kommen zu lassen, speziell in Tagesschau und Tagesthemen. Und muss man die ‚Zeit‘ mit ihren seitenlangen Lifestylestrecken, die letztlich nur dubiosen Kooperationen mit der Wirtschaft dienen, tatsächlich als ‚analytisch-komplex‘ einordnen.

  17. 22. Februar 2017 at 03:01

    Gute Idee und toll gemacht! Würde allerdings ARD und ZDF nicht in der Mitte positionieren. V.a. ZDF würde ich deutlicher links orten und auch die Süddeutsche Zeitung ist eindeutig weiter links als der Spiegel. Focus online dagegen sehe ich ganz rechts.

  18. MarcoM
    22. Februar 2017 at 13:22

    Tiefgründige Nachrichtenquellen? Der Spiegel?? Der „Stopt Putin jetzt!“-Spiegel??? Oder „nur“ verlässliche Nachrichtenquellen wie bei ARD & ZDF? Ehrlich? Wenn ich mir so die Berichterstattung zu Aleppo anschaue… Al-Qaida-Truppen wie dieses ominöse Aleppo Media Centre, oder die „Retter“ von den Weißhelmen… „verlässliche Nachrichtenquellen“??? Wie dem aber auch sei:

    Polnische Freischärler drangen in das Sendegebäude des Sender Gleiwitz ein. Nordvietnamesische Schnellboote beschossen mehrmals ohne Anlass im Golf von Tonkin zwei US-amerikanische Kriegsschiffe. Irakische Soldaten rissen Neugeborene aus ihren Brutkästen, warfen sie zu Boden und trampelten sie zu Tode. Slobodan Milosevic plante ethnische Säuberungen im Kosovo. Und Saddam Hussein hatte Massenvernichtungswaffen. – Was haben all diese Lügen gemeinsam? Sie dienten zur Rechtfertigung von Angriffskriegen und wurden von allen herrschenden Massenmedien im Einflussbereich der Emittenten dieser Lügen unkritisch oder gar bewußt mit lautem Kriegsgetrommel verbreitet. Falschmeldungen und Kriegshetze in den „etablierten“ Medien scheinen bei der Bewertung hier aber wohl keine Rolle gespielt zu haben.

    • Cosmo Kramer
      23. Februar 2017 at 10:24

      Das kann ich nur unterschreiben. Was diese Grafik bewirken soll erschließt sich mir nicht.
      mein vertrauen in die „etablierten Medien“ sind zerstört, und das für immer. Alles was sich dort in der Mitte befindet hat nichts mit Journalismus oder tiefgründiger Analysen zu tun und sind für mich keine Informationsquellen mehr!

  19. 22. Februar 2017 at 14:24

    Ich habe mir die Mühe gemacht und dazu eine interaktive Umfrage erstellt in der jeder genau diese Medien einschätzen kann. Ich bitte jeden daran teilzunehmen. Die Ergebnisse werden live veröffentlicht

    Link zur Umfrage:
    https://goo.gl/forms/CyiblaHSkUOZ2Puk2

  20. Nico
    22. Februar 2017 at 14:58

    Eine nicht besonders gelungene Karte, tut mir Leid. Sie scheint einfach das bürgerlich-neoliberale Establishment-Narrativ widerzugeben.

    Zuerst das Gute,
    Jungle World, eine antideutsche Postille, kann sicherlich dort bleiben wo sie momentan steht. (Viele Verschwörungstheorien aus dem bürgerlich-linken Lager, Stichwort: „Querfront“. Eine transatlantische, antideutsche Postille.) Eine Veränderung der Verortung ist sicherlich unangebracht. Die Verortung des Freitag ist gut getroffen.

    Das Neue Deutschland ist (mittlerweile) nicht mehr seriös, siehe tendenziöse Berichterstattung zu Wagenknecht, Lafontaine sowie allen „Linken in der Linken“ in letzter Zeit. Die Junge Welt hat das ND in Sachen Qualität längst überholt. Nur weil die Artikel vom kapitalistischen Mainstream abweichen, sagt das nichts über die Qualität der Berichte aus.

    Die Nachdenkseiten gehören sehr viel weiter nach oben in dieser Tabelle – Hintergrundinformationen, die im Mainstream selten vorkommen, aber Hand und Fuß haben. (Bin über die Seite auf ihre Karte gestoßen.)
    RT nach rechtsaußen zu packen, grenzt an Verschwörungstheorie. Die Artikel dort sind von weit links bis gemäßigt rechts. Die Verortung müsste daher „breiter“ sein.

    Was jetzt am Blog des rechtspopulistischen, und mit Fake-News (siehe u.a. Ken Jebsen) arbeitenden Henryk M. Broder qualitativ hochwertig sein soll, erschließt sich mir nicht. Ebensowenig, wie der Spiegel als linksliberal eingeordnet werden kann – der ist wirtschaftlich klar neoliberal ausgerichtet (i.d.R. bspw. Bejahung der Agenda 2010) und fällt gesellschaftspolitisch immer wieder mit Islamophoben Titelblättern und Storys auf. Qualitativ ebenfalls zu weit oben eingeordnet – Hinweis hier nur auf das propagandistische „Stoppt Putin jetzt“-Cover von 2014 und die transatlantische Färbung der letzten Jahre.

    Die ÖR haben bereits in der Griechenlandkrise oft als verlängertes Sprachrohr der deutschen Bundesregierung gedient und haben diesen Kurs in der Ukrainekrise noch weiter verschärft. Zu deren Fake-News gibt es nun wirklich zahlreiche Berichte. Sie gehören qualitativ (leicht) oberhalb der Bild-Zeitung eingeordnet.

    P.S.: Wenn sie glauben, dass das selbstdenkende Publikum von heute sich von solchen Fehleinschätzungen beeindrucken lässt, begehen sie meines Erachtens einen Irrtum. Die Glaubwürdigkeit der Mainstream-Medien ist massiv angeschlagen, und das ist nicht das Ergebnis böser rechter Populisten, sondern das Ergebnis strukturell schräger Berichterstattung.
    Ich empfehle zur Lektüre
    Uwe Krüger – Meinungsmacht
    Noam Chomsky, Stichwort Propaganda-Modell
    Ulrich Teusch – Lückenpresse
    Albrecht Müller – Meinungsmache
    (Bevor jetzt wieder ein Antideutscher/Transatlantiker erklärt, Müller oder Chomsky seien Querfrontler; das kann nur jemand sagen, der ihre Artikel nicht liest.)

  21. Jens
    22. Februar 2017 at 15:08

    Ich nenne das die weltanschauliche Sicht aus der Blase heraus , das meiste davon ist rein politisch willkürlich im Diagramm platziert. Die Nachdenkenseiten als FakeNews , Cicero & Tichys Einblick als fragwürdig rechts usw ? Dort liesst man weit bessere journalistische Artikel in den Massenmedien.
    Nicht alles ist Lügenpresse aber dort in der Mitte der Massenmedien gibt es mehr Falschmeldungen und Narrative als die paar Spinnergeschichten auf Facebook , das zeigt zb. die Publikumskonferenz in Leipzig.

  22. Ralf Fischer
    22. Februar 2017 at 21:28

    Sehr geehrte Damen und Herren von polisphere,

    ihre Übersicht hatte ich heute in den sozialen Medien entdeckt und ernsthaft angenommen, dass das ein „Joke“ ist.
    Da habe ich mich wohl massiv geirrt.
    Endlich hab ich eine Richtlinie für die Wahrheit, damit ich nicht mehr fostfaktischen „Informationen“ auf dem Leim gehen kann.
    Vorschlag1: Reichen Sie doch diese Übersicht unserem Wahrheitsministerium (Herr Maas o.ä. oder correctiv..) weiter. Diese können dann schneller Fakenews und tendenziöse Berichterstattung durch diese brillante Übersicht erkennen und schnell eingreifen.
    Vorschlag2: als Übersicht in Form eines Flyers für die von falschen und tendenziösen „Informationen“ gebeutelten Mitbürgern aus D.
    Nochmals vielen Dank für diese brillante Übersicht, diese hängt schon als A2 Poster bei mir an der Wand (ich hoffe, Sie haben nichts dagegen…)

    Viele Grüße aus dem Erzgebirge
    Ihr wirklich erleichterter Ralf Fischer

    • Kairo
      23. Februar 2017 at 11:07

      Herzlichen Dank Ralf Fischer,
      nach Durchsicht aller Kommentare vergebe ich an Ihre 5 Sterne
      Schöne Grüße
      C. CAIRE

  23. Jochen Schönherr
    23. Februar 2017 at 03:33

    Die Grafik kann mit einfachen Worten textlich dargestellt werden:
    Nur der Mainstream (also die Mitte und der tendenzielle, leicht rechte oder linke Journalismus) ist seriös und hochwertig. Okay´, am rechten Rand gibt´s noch etwas Komplexität für alte Männer (die eh niemand mehr Ernst nimmt). Aber sonst: Nur die Mitte ist das Wahre. Also weiter so. Alles ist bestens und der Journalismus vertritt die Meinung der grafischen Mitte – die der Politik und der Macht.
    Echter fundierter Journalismus, der die momentan herrschende Idiologie hinterfragt oder kritisiert und so für Meinungspluralität sorgt ist nicht erwünscht und per se unseriös, clickbait, fake-news und nicht lesenswert.
    Schöne neue Welt á la Polisphere?

  24. Jonas
    23. Februar 2017 at 08:42

    Das bisherige Ergebnis der laufenden Umfrage zeigt, dass viele in der Wahrnehmung der Medienlandschaft größtenteils übereinstimmen. Besonders die Nachdenkseiten werden jedoch wesentlich qualitativer von nahezu allen Gruppen eingeordnet. RT wird qualitativ eher auf einer Stufe mit N24 gesetzt. Ein detailliertes Ergebnis findet man unter :

    http://one-mind.net/medienkompass/

    Dort kann man auch weiterhin Teilnehmen.

  25. Thomas Paller
    23. Februar 2017 at 09:35

    Im Großen und Ganzen kann ich der Grafik zustimmen, über Details lässt sich natürlich immer streiten.

    Was ich aber so gar nicht verstehe, ist die Klassifizierung der Nachdenkseiten als Basisinformation mit niedriger Qualität. Die Linkslastigkeit ist korrekt. Aber sie ist von Anspruch und Qualität her wesentlich höher und eher im Bereich „analytisch“ einzuordnen.

  26. S. Ritter
    24. Februar 2017 at 16:34

    Ach schau an, eine Leseempfehlung an unmündige Bürger. Bravo, endlich weiß ich, was ich NICHT lesen will!

    Lieber Frau Doktor, leider fehlen einige Zeitschriften und Journale, die ich lese, völlig:
    – Compact
    – Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten
    – Die Deutsche Stimme
    u.a.

    Leider musste ich gerade die Medien vernachlässigen, die in der Mitte stehen. Durch sie erfuhr ich einfach viele Dinge gar nicht! Sie befolgen nämlich diesen Weg, und der kommt meiner Auffassung von Information und Bildung nicht einmal annähernd nahe:

    „Der schlauste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb des Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben.“
    Noam Chomsky

    • sanddrn
      8. März 2017 at 16:09

      »Zudem werden wir die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) heraus nehmen, da diese unter Klageandrohung darauf bestehen.«
      Lesen ist Glückssache.
      Das ganze Ding war eben ne dahingefuschte Skizze, aber noch zu seriös für die DWN ;)

  27. 6. März 2017 at 12:37

    DER SPIEGEL ist analytischer als die Süddeutsche Zeitung? Das halte ich für eine gewagte These.

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